Dass es überhaupt Veteranen Weltmeisterschaften gibt, ist vor allem einer Person zu verdanken: der kanadischen Judo-Pionierin Elizabeth „Liz" Roach (1934–2018). Wie Judo Canada in ihrem Porträt erzählt, gehörte sie 1998 bei den ersten International Masters Winter Games in Ottawa zu einem vierköpfigen Team, das beschloss: Judo braucht ein eigenes Masters Turnier.
Ein Jahr später fand in Welland (Ontario) die erste World Masters Judo Championship statt — organisiert von der eigens gegründeten World Masters Judo Association (WMJA), die Roach persönlich führte.
Eine liebevoll gepflegte Chronik dieser frühen Jahre hat der englische Solihull Judo Club hinterlassen World Masters' News" - daraus stammen viele Details dieses Abschnitts: Die Serie wanderte um die Welt, von Welland 1999 über Nova Scotia 2000, Phoenix 2001 und Londonderry 2002 (über 700 Teilnehmer aus 45 Ländern) bis in den Kodokan nach Tokio 2003, nach Wien 2004, Toronto 2005, Tours 2006 (fast 1.500 Teilnehmer aus 50 Ländern — das bis dahin größte Masters-Turnier) und São Paulo 2007. Brüssel 2008 hielt mit 1.269 Teilnehmenden den Teilnehmerrekord der Serie; Atlanta 2009 und Montreal 2010 beschlossen sie - zwölf Austragungen in zwölf Jahren.
Die World Masters waren dabei erstaunlich modern: Es gab kombinierte Alters- und Gewichtsklassen, wenn Felder klein blieben (2003 etwa eine „combined age group", 2005 eine kombinierte F3/F4/F5-Klasse, 2006 eine kombinierte u48/u52-Klasse), es gab Open-Klassen, Team-Wettbewerbe — und Ne-Waza stand schon damals auf der Matte: Bei der letzten WMJA-WM in Montreal 2010 wurden 95 Ne-Waza Ergebnisse ausgekämpft, lange bevor die heutigen European Cups das Ne-Waza wiederentdeckten.
Parallel dazu hatte die IJF unter ihrem 2007 gewählten Präsidenten Marius Vizer das Potenzial des Veteranen Judos erkannt und richtete 2009 in Sindelfingen ihre erste eigene Veteranen-WM aus. Zwei Jahre lang existierten beide Weltmeisterschaften nebeneinander: 2009 Atlanta (WMJA) und Sindelfingen (IJF), 2010 Montreal (WMJA) und Budapest (IJF — damals unter dem Namen „Grand Masters World Championships", den die IJF-Serie bis Miami 2012 trug). Auf Vizers Bitte stellte Liz Roach die WMJA-Serie danach ein — die IJF übernahm, und nach ihrem Tod würdigte sie Roach als eine der wichtigsten Figuren beim Aufbau der Veteranen-Weltmeisterschaften.
Autor: Oliver Flügel

5. World Masters, 2003 Kodokan

7. World Masters, 2005 Toronto

7. World Masters, 2005 Toronto

9. World Masters, 2007 Sao Paulo
Quellen:
https://www.geocities.ws/roy_manuel_2000/Worldmasters.html
https://judo.ca/en/judo-pioneer-liz-roach




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